Von Nadine am 12. AUGUST 2015

Strafzettel mit dem Mietwagen: Das müssen Sie wissen

Gebühren

S trafzettel im Ausland: Was passiert wenn Sie mit dem Mietwagen geblitzt werden? Wohin kommt die Rechnung? Wird das Bußgeld von der Kaution abgezogen und entstehen darüber hinaus zusätzliche Kosten? MietwagenCheck informiert Sie, was zu tun ist, wenn Sie einen Strafzettel mit dem Mietwagen erhalten.
Verkehrsschild Radar

Im Ausland geblitz: Zum Strafzettel kommen oft noch Bearbeitungsgebühren hinzu

Mit dem Mietwagen geblitzt zu werden oder einen Strafzettel fürs Falschparken zu erhalten ist zwar ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Denn im Ausland sind zwar einige Geldstrafen höher, dafür müssen Sie jedoch keine Angst vor Führerscheinverlust und Punkten in Flensburg haben.

Mit dem Mietwagen wird’s leider in den meisten Fällen doppelt teuer, da zu den Bußgeldern auch noch Bearbeitungsgebühren der Vermieter abgerechnet werden.

Ablauf: Strafzettel mit dem Mietwagen

  1. Kurz mal nicht aufgepasst und die Geschwindigkeit überschritten oder ein Schild übersehen, da ist es schon passiert: Sie wurden geblitzt oder haben einen Strafzettel fürs Falschparken erhalten.
  2. Ihr Vergehen wird registriert und die zuständige Behörde fragt per Kennzeichen den Fahrzeughalter ab. Dies ist beim Mietwagen die Autovermietung.
  3. Der Strafzettel landet dann bei der Autovermietung, die den Betrag entweder begleicht oder Ihre Heimat-Adresse an die Behörde der Stadt weiter gibt.
  4. Da die Autovermietung jedoch einen Mehraufwand aufgrund Ihrer Geschwindigkeitsüberschreitung hat, entsteht eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr. Diese ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch.
  5. Die Bearbeitungsgebühren fallen bei Bußgeldern nahezu immer an und werden Ihnen von Ihrer Autovermietung von der Kaution abgezogen. Die Höhe der Gebühr ist im Mietvertrag und/oder in den Mietbedingungen der Anbieter festgelegt. Normalerweise liegt sie zwischen 10 und 40 €, unterscheidet sich aber auch innerhalb einer Autovermietung abhängig vom Land. Es kann also sein, dass die Bearbeitungsgebühr höher ausfällt als das tatsächliche Bußgeld. 

Punkte im Ausland

Vor Punkten in Flensburg müssen Sie im Ausland keine Angst haben. Das Flensburger Verkehrszentralregister trägt nur Punkte für Vergehen ein, die in Deutschland begangen wurden. Seit dem 28. Oktober 2010 gilt jedoch ein EU-weites Abkommen: Es erlaubt den einzelnen Mitgliedsländern, Verkehrssünden auch über die eigenen Staatsgrenzen hinaus mit Geldstrafen zu ahnden. Die Höhe der Geldbußen ist in jedem Land unterschiedlich. Je nach Land können Verstöße richtig teuer werden. Ihren Führerschein müssen Sie jedoch auch nicht fürchten, denn das Abkommen konzentriert sich nur auf Geldstrafen.

Strafzettel im Ausland

Bis Oktober 2010 kam man mit einem Strafzettel im Ausland manchmal ungeschoren davon, wenn es keine Sofortkasse gab. Der Aufwand für das jeweilige Land stand oftmals nicht in Relation zu den kleinen Geldbußen und so wurden viele Strafzettel nicht weiter verfolgt. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise viele Strafgeldbescheide von deutschen Touristen auf Mallorca bei kleinen Bagatellbeträgen gar nicht erst ausgestellt. Und auch wenn ein Bußgeldbescheid nach Hause geschickt wurde, konnten die Strafe bis zu diesem Datum ignoriert werden ohne weitere Konsequenzen befürchten zu müssen.

Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei, denn mittlerweile werden Geldstrafen, die nicht rechtzeitig bezahlt werden von der deutschen Justiz eingetrieben. Mindestens 70€ Bußgeld gelten als generelle Grenze ab der ein transnationales Verfahren eingeleitet wird. Diese Grenze kann jedoch bereits bei einem Strafzettel von 50€ und Verfahrenskosten von 25€ überschritten werden.

Achtung Sonderregelung in Österreich: Die Bagatellgrenze von 70€ gilt nicht in Österreich. Da zwischen Deutschland und Österreich ein weitgehendes Rechtshilfeabkommen besteht, liegt die Grenze bei nur 25€.

Bearbeitungsgebühr

Wenn Sie einen Strafzettel für Falschparken erhalten haben oder geblitzt wurden, können Sie die Bearbeitungsgebühr nur dann umgehen, wenn Sie sich bei der örtlichen Behörde melden, bevor der Bußgeldbescheid verschickt ist. Oftmals hilft auch die Polizei weiter und gibt Auskunft darüber an welche Stelle man sich wenden kann.

Wir empfehlen Ihnen Verwarnungen im Ausland ernst zu nehmen und stets vorsichtig und vorrausschauend zu fahren, damit Verwarnungen erst gar nicht entstehen!

 

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