Von Miriam am 15. JANUAR 2020

Indonesien – Land der Tausend Inseln

Ausland | Beliebte Reiseziele

W enn ich vor meiner Reise an Indonesien dachte, dann kamen mir sofort lange Sandstrände, faszinierende Vulkane, gigantische Wasserfälle und eine von verschiedenen Religionen geprägte Kultur in den Sinn. Aus diesem Grund entschied ich mich dafür, dieses spannende Land, das aus über 17.000 Inseln besteht, während eines Auslandssemesters auf Bali zu erkunden. Da der Verkehr und die Straßenverhältnisse auf den einzelnen Inseln sehr chaotisch werden kann, entschied ich mich gegen einen Mietwagen und begab mich stattdessen mit einem Roller auf Entdeckungstour. Besuchen Sie mit mir zusammen die umwerfenden Tempel, weitläufigen Reisfelder und andere spannende Orte in Indonesien.

Bali

Tegallalang Reisterrassen in Ubud

Tegallalang Reisterrassen in Ubud

Bali ist für viele eine beliebte Urlaubsinsel und die perfekte Surfdestination. Da ich in Legian wohnte, besuchte ich meistens die Strände in Kuta und Canggu. Hier reiht sich ein Surfshop an den nächsten und sowohl Surfanfänger als auch Fortgeschrittene kommen auf ihre Kosten. Um den Touristenmassen zu entfliehen, fuhr ich an den Wochenenden öfters in den Süden der Insel. Wenn man etwas Abenteuerlust mitbringt, kann man hier unglaublich schöne und vor allem verlassene Strände vorfinden. Doch die Insel Bali ist nicht nur bekannt für ihre Strände, sondern auch für die unzähligen Tempel, Food Markets und Reisfelder. Der bekannte Ort Ubud liegt nur eine Fahrstunde von Balis Hauptstadt Denpasar entfernt, weshalb ich mehrere Male hinfuhr, um durch die "Tegallalang Reisterrassen" zu streifen, Affen im Affenwald zu ärgern (oder sie mich), über den Markt in Ubud zu schlendern oder einen der Tempel, wie beispielsweise den Wassertempel "Pura Tirta Empul" zu besuchen. Von Ubud aus unternahm ich zudem eine Tour auf den "Mount Batur", einen aktiven Vulkan. Die Tour startete bereits um 2 Uhr nachts, sodass man zum Sonnenaufgang oben ankam. Diese Sicht kann ich jedem nur empfehlen. Auch wenn der zweistündige Aufstieg sehr anstrengend sein kann, lohnt er sich auf alle Fälle.

Weitere Orte und Unternehmungen, die ich Ihnen bei einer Reise nach Bali ans Herz legen kann, sind die folgenden:

  • Pura Luhur (oder auch Uluwatu Tempel; vor allem bei Sonnenuntergang unbeschreiblich schön)
  • Beji Guwang (auch Hidden Canyon genannt)
  • Brahmavihara-Arama (der größte buddhistische Tempel in Bali)
  • Pura Tanah Lot (ein faszinierender Wassertempel)
  • Taman Festival (ein verlassener Freizeitpark)

Java

Borobudur Tempel auf Java

Borobudur Tempel

Die Insel Java liegt zwischen Sumatra und Bali und war für meine Mitbewohner und mich das Ziel für einen einwöchigen Trip. Unsere Reise startete in Yogyakarta, eine Stadt, die nicht nur für ihre Straßenkunst, sondern vor allem auch für den "Borobudur Tempel" bekannt ist. Die buddhistische Tempelanlage ist der größte buddhistische Tempel der Welt und hat auch mich in ihren Bann gezogen. Obwohl wir die meiste Zeit von Einheimischen, die ein Foto mit uns schießen wollten, belagert wurden, konnten wir den weitläufigen Tempel von allen Seiten erkunden und bis zur Spitze hochsteigen. Der Blick von oben auf die 76 Stupas ist unbeschreiblich und hat mich definitiv begeistert.

Als nächstes besuchten wir den "Tumpak Sewu", den wohl spektakulärsten Wasserfall, den ich je gesehen habe, der sich in der Nähe von der Stadt Malang befindet. Die Wassermassen, die aus über 120 Metern inmitten des Dschungels in die Tiefe stürzen, kann man entweder von oben betrachten oder nach einem abenteuerlichen Abstieg von unten auf sich wirken lassen. Wir taten beides und waren überwältigt.

Das nächste Abenteuer auf Java war eine Wanderung zum "Mount Bromo", von wo aus wir den Sonnenaufgang anschauten. Dick eingepackt machten wir uns um 3 Uhr in der Nacht auf den Weg durch die Sandwüste zum Krater. Nachdem wir einige Zeit herumirrten, da wir im Dunkeln die Orientierung verloren hatten, erreichten wir den Kraterrand des Bromo pünktlich zum ersten Morgenlicht und waren die einzigen Menschen weit und breit. Wir spazierten am nur wenige Zentimeter breiten Kraterrand entlang, zu jedem Zeitpunkt bewusst darüber, dass ein falscher Schritt fatale Folgen mit sich bringen konnte, und waren fasziniert von dem Anblick. In völliger Ruhe konnten wir die weitläufige Kraterlandschaft genießen, während dahinter die Sonne langsam aufging und die ganze Szenerie in einzigartiges Licht tauchte. Einfach unvergesslich!

Der letzte Stopp auf unsere Reise war der "Mount Ijen", ein aktiver Vulkan, an dessen Kratersee täglich unter Extrembedingungen Schwefel abgebaut wird. Um Mitternacht wurden wir mit Jeeps abgeholt und zum Fuße des Ijen gefahren. Hier erhielten wir Taschenlampen und Gasmasken und machten uns so an den zweistündigen Aufstieg. Obwohl ein Schild davor warnte, nach unten in den Krater zu steigen, wies uns unser Guide an, die Gasmasken aufzusetzen und ihm zu folgen. Unten angekommen wartete ein Spektakel aus blauen Flammen, giftigem Schwefeldampf und der berühmte Kratersee (das größte Säurefass der Welt) auf uns. Jede Nacht steigen Männer den Krater hinab, um große Schwefelbrocken aus dem Gestein zu schlagen und die 70-80 kg schweren Ladungen in Körben ins Tal zu tragen. Viele tragen dabei nicht einmal eine Schutzausrüstung.

Tumpak Sewu Waterfall, Java

Tumpak Sewu Waterfall

Mount Bromo auf Java

Mount Bromo

Kratersee des Ijen, Java

Kratersee des Ijen

Komodo

Das definitive Highlight meiner Zeit in Indonesien war ein Segeltrip im Komodo-Nationalpark. Für drei Tage war ein Segelboot das Zuhause für ein paar Freunde und mich. Wir erkundeten unbewohnte Inseln, brutzelten am Pink Beach, schnorchelten mit Mantas und Schildkröten, genossen überwältigende Sonnenaufgänge von Aussichtspunkten, sahen Komodowarane in freier Wildbahn, waren überwältigt von tausenden Flughunden, die bei Sonnenuntergang über uns flogen und schauten den schönsten Sternenhimmel mitten auf dem Meer. Ein unvergesslicher Trip, für den es keine passenden Worte gibt…

Flughunde bei Sonnenuntergang, Komodo

Flughunde bei Sonnenuntergang (Foto: Tom Maetze)

Komodowaran

Komodowaran (Foto: Tom Maetze)

Nusa Penida

Diamond Beach auf Nusa Penida

Diamond Beach

Die Insel Nusa Penida liegt nur eine kurze Fahrt mit dem Boot von Bali entfernt und war das Ziel für ein verlängertes Wochenende. Da wir nach der Trockenzeit hinfuhren, waren wir etwas enttäuscht von der Landschaft, da alles trocken und braun war. Überzeugt haben uns hingegen die fantastischen Klippen und Strände, die vor allem auch von oben betrachtet ein umwerfendes Bild abgaben. Die meisten Strände waren jedoch nur über einen mühseligen Abstieg zu erreichen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, denn die Mühe lohnt sich allemal. Wir besuchten die "Crystal Bay", den "Atuh Beach" und den "Diamond Beach". Die wohl größte Herausforderung stellte der Abstieg zum "Kelingking Beach" dar – hier waren teilweise Kletterkünste erfordert. Wir wagten uns an das Abenteuer und wurden mit einem herrlichen Strand belohnt. Schwimmen ist hier jedoch nicht zu empfehlen, da die Wellen unerwartet hoch werden können und eine immense Kraft mit sich bringen.

Neben Aussichtspunkten und Stränden besuchten wir auch eine Zeremonie in der unterirdischen Tempelhöhle "Goa Giri Putri“. Über eine enge Spalte gelangten wir in die unterirdischen Räumlichkeiten, die eine unheimliche und gleichzeitig faszinierende Atmosphäre versprühten und ein unvergessliches Erlebnis waren.

Besuchen Sie zum Sonnenuntergang das Restaurant "Amok Sunset“. Hier können Sie sich am Pool von den Strapazen des Tages erholen und den Sonnenuntergang während eines kühlen Drinks genießen.

Weitere empfehlenswerte Inseln Indonesiens

  • Lombok und die Gili Inseln
  • Sumatra
  • Borneo
  • Sulawesi
  • Sumbawa

Fazit

Frau am Strand

Nasi Goreng Forever

Neben den überwältigend schönen Sehenswürdigkeiten hat Indonesien, wie jedes Land, auch seine Schattenseiten. Vor allem die Müllentsorgung bereitet den Inseln große Schwierigkeiten. So halfen wir beispielsweise auf Lombok bei einem Beach Cleanup mit. Obwohl wir einen kompletten Container mit Plastikmüll füllten, war der Strand immer noch voll mit Strohhalmen, Plastiktüten und -löffeln und anderem Zeug. Nichtsdestotrotz hat Indonesien durch seinen kulinarischen (#nasigorengforever) und kulturellen Reichtum und die Menschen, die trotz verschiedener Religionen so friedlich und freundlich nebeneinanderher leben, mein Herz erobert.

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