Von MietwagenCheck Community am 16. JULI 2018

Highway to Heaven – ein Road-Trip durch Neuseeland

Ausland | Beliebte Reiseziele

D ie einzigartige Landschaft Neuseelands bei einem Roadtrip genießen - was gibt es besseres? Genau das dachte sich auch Alexandra, eine unserer drei Gewinner des MeinText Schreibwettbewerbs 2018 zum Thema Roadtrip. Im Januar 2016 hat sie die Süd- und die Nordinsel Neuseelands mit dem Auto bereist und alle spannenden Erlebnisse für uns aufgeschrieben.

Die große Freiheit zwischen zwei Jobs, mitten im kalten deutschen Winter: Wann gibt es im Leben eine bessere Chance, das Ende der Welt zu entdecken?

Mit einer groben Route im Kopf, dem Zelt im Kofferraum und den guten Wünschen unserer Bed-&-Breakfast-Lady im Herzen brachen wir auf.

Die Route

Dunedin – Milford Sound – Te Anau – Queenstown – Wanaka – via Franz Josef Gletscher nach Punakaiki – via Abel Tasman Nationalpark zu den Marlborough Sounds – Tongariro – Coromandel – Auckland

Station 1: Milford Sounds

Regenbogen in den Milford Sounds in Neuseeland

Aufwachen mit Regenbogen

Mein erster Blick aus dem Zelt fällt auf einen Regenbogen. Der zweite auf den dampfenden Becher, den Matti mir unter die Nase hält. Kaffee! Unser Ziel ist der Milford Sound – ein Fjord im Südwesten der Insel.

Drei Stunden später entschädigt der Blick vom Boot uns für Jetlag und müde Knochen: Auf den Bergspitzen hocken Nebelwolken, Wasserfälle stürzen von den Steilwänden in den Sound, und in der Bugwelle unseres Boots spielen Delfine.

Milford Sounds, Neuseeland

Blick über den Milford Sound

Delfin in Neuseeland

Delfin im Wasser

Station 2: Te Anau

Wir liegen in der Finsternis auf dem Rücken und betrachten abertausend leuchtende Punkte über uns. Wasser rauscht, und eine hallende Stimme erklärt das Universum. Das Universum der Glowworms. Je heller das Licht, desto hungriger der Glowworm. Wir staunen.

Station 3: In Wanaka

Roys peak Track in Wanaka, Neuseeland

Blick über den Lake Wanaka

„Four Seasons in a Day“ hat Crowded House gesungen. Haben sie Neuseeland gemeint? Heute Morgen haben wir im Fjordland unter Thermo-, Merino- und Fleece-Schichten gebibbert, jetzt stehen wir in Queenstown bei 25 Grad in der Schlange vor der Eisdiele.

Der Blick von den Bergen auf Lake Wanaka verschlägt uns die Sprache. Dabei ist diese Wanderung nur der Bonustrack. Wir sind wegen etwas anderem gekommen: Hier – auf der anderen Seite der Welt – liegt das „Cinema Paradiso“, das vielleicht beste Kino der Welt.

Kino in Neuseeland

'Cinema Paradiso' - Kino am Ende der Welt

Food truck

Food Trucks - Besitzer cool, Essen klasse

Wir düsen weiter, die Westküste hoch.

Station 4: Pfannkuchen-Felsen

Unser nächstes Ziel sind die Pancake Rocks. Nein, nichts zum Essen, sondern Felsen, die wie Pfannkuchentürme aussehen. In der Nähe der Gemeinde Punakaiki gibt es die meisten Türme, eine Pancake City quasi.

Pancake Rocks an der West Cost

Pfannkuchenstapel aus Stein

Bei Flut branden die Wellen mit Wucht in die Hohlräume unter den Türmen. Manchmal schießt dann eine Wasserfontäne durch ein Felsloch in den Himmel. Wie bei einem Wal.

Urwald mal anders

Urwald in Neuseeland

Der Guard unseres Campingplatzes kennt aber auch Schönheiten abseits solcher Touriattraktionen. Er schickt uns in den Punakaiki Forest. Der ist ganz anders als die Wälder daheim.

Station 5: Im Postboot

Postboot mit neuseeländischer Flagge

Per Postboot durchs Labyrinth

Wer sich öfter mal verfährt, sollte auf keinen Fall als Postboote in den Marlborough Sounds anheuern. Das kleine Gebiet im Norden der Südinsel ist ein wahres Labyrinth. Fahrgäste wie wir helfen, die Fahrten zu finanzieren. So kriegt auch der abgelegenste Hof Briefe, Amazonpakete – und Rechnungen.

Jim kennt jeden hier, wird oft sehnsüchtig erwartet. Er zeigt uns unterwegs Vögel, Stachelrochen, Muschelfarmen und erzählt, dass versteckt in den Meeresarmen Luxusferienhäuser liegen, zu denen sich schon mancher Weltstar hat übersetzen lassen, um seine Ruhe zu haben.

Station 6: Vulcanic Highway

Oldtimer in Neuseeland

Oldtimer in Wellington

Wo ist die Zeit geblieben? Wir sind schon viel länger auf der Südinsel als geplant. Nun nehmen wir schweren Herzens Abschied und setzen nach Wellington über. Unser tapferes kleines Auto ist dabei in bester Gesellschaft. Auf der Nordinsel findet nämlich ein Oldtimer-Treffen statt.

Am nächsten Tag geht es früh raus. Das Wetter passt, der Vulkan ruft, der Bus wartet. Unser Busfahrer und sein Team singen zum Aufbruch ein Lied in ihrer Muttersprache Maori und wünschen uns alles Gute.

Blick über die Emerald Lakes beim Tongariro Crossing

Emerald Lakes

Tongariro Crossing Neuseeland

Der Schotter und ich

Die nächsten Stunden sind Sonnenaufgang, Schweiß, Schotter, leuchtendgrüne Emerald Lakes, noch mehr Schweiß, ein roter Kraterschlund auf 1886 Metern, Höhenangst, heiße Quellen, die uns beim Abstieg Wolken hinterherpusten.

Station 7: The Beach

Coromandel Beach in Neuseeland

Coromandel Beach auf der Nordinsel

Coromandel Beach in Neuseeland

Coromandel Beach von oben

Was kann jetzt noch kommen? Betrunken von unseren Eindrücken gondeln wir weiter nach Norden, essen Real Fruit Ice Cream, mit deren Rezept wir daheim reich werden wollen, halten in der Heimatstadt der Kiwifrucht und verbuddeln uns auf der Coromandel-Halbinsel mit hundert anderen Bekloppten in einem Strand, unter dem eine Heißwasserader verläuft. Sitzen im Sandloch, bis uns der Hintern brennt.

Hot Water Beach

Buddelei am Hot Water Beach

Wir sind dann bis zur letzten Nacht in der Nähe des Strands geblieben. Falls Ihr mal nach Neuseeland fliegt, schicke ich gern die Koordinaten – Ihr könnt mir ja meinen Bikini mitbringen, der wahrscheinlich immer noch im Sand liegt …

Campen bei Nacht in Neuseland

Gute Nacht, Neuseeland

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