Von Nadine am 15. AUGUST 2016

Die City Maut: Alle wichtigen Infos finden Sie hier

Maut

E inige große Städte haben Sie eingeführt: Die City Maut. Viele Metropolen haben mit einem immensen Verkehrsaufkommen zu kämpfen und versuchen der Masse an Fahrzeugen und der daraus resultierenden Luftverschmutzung mit einer City Maut Abhilfe zu schaffen. Wir haben eine Übersicht erstellt, die zeigt, wo es die Gebühr bereits gibt, wann sie gilt und was sie jeweils kostet.

Wo gibt es eine City Maut?

Norwegen
  • City Maut in Bergen: Kosten: 45 Kronen (ca. 4,90€) an Tagen mit hoher Luftbelastung sogar bis zu 225 Kronen (ca. 25€). Als eine der ersten Städte führte Bergen bereits im Jahr 1985 eine Gebühr für die Einfahrt in die Innenstadt ein.
  • City Maut in OsloKosten: 32 Kronen (ca. 3,50€) Die Maut für die Innenstadt der norwegischen Hauptstadt gibt es bereits seit 1990. Motorräder fahren allerdings kostenlos.
Schweden
  • City Maut in StockholmKosten: Der Betrag gilt für die einmalige Einfahrt nach Stockholm und ist nach der Uhrzeit gestaffelt. Maximal kostet die Straßengebühr in Stockholm 105 Kronen (ca. 11,30€) pro Tag und PKW. Gebührenfrei sind Samstage, Sonntage, Tage vor Feiertagen und Feiertage und der Monat Juli.
Großbritannien
  • City Maut in DurhamKosten: 2 Pfund (ca. 2,60€) Die Maut muss montags bis freitags zwischen 10 und 16 Uhr entrichtet werden.
  • City Maut in London: Kosten: 11.50 Pfund (ca. 14,90€) Die Abgabe – hier London Congestion Charge genannt – muss werktags zwischen 7:00 und 18:00 Uhr bezahlt werden. Die Maut fällt jedoch nur einmal pro Tag an und nach einmaliger Bezahlung sind alle weiteren Fahrten in die Innenstadt während dieses Tages bezahlt. Es sind eine Reihe von Fahrzeugen von der Taxe befreit: Fahrzeuge mit mehr als 8 Sitzplätzen, Fahrzeuge mit Gas-, Elektro-, Brennstoffzellen oder Hybrid-Antrieb, Zweiräder, Pannendienste, Noteinsatzwagen, Behindertenfahrzeuge, Taxis und Linienbusse.
Italien
  • City Maut in Bologna: Kosten: Für die Einfahrt in die verkehrsbeschränkte Zone der Innenstadt ist täglich von 7 bis 20 Uhr eine Maut „Ticket per l’accesso in ZTL“ erforderlich. Die Gebühr beträgt 5 Euro für einen Tag und 12 Euro für vier aufeinander folgende Tage.
  • City Maut in MailandKosten: Tagesticket für die City Maut in Mailand kostet 5€. In Mailand muss seit 2012 werktags eine Gebühr zwischen 7:30 und 19:30 Uhr bezahlt werden. Sie gilt für PKW, LKW und Reisebusse innerhalb des Stadtmauerrings „Cerchia dei Bastoni“. Sie erhalten die entsprechende Fahrberechtigung an ATM-Fahrscheinverkaufsstellen, ATM-Points und in Zeitungs- und Tabakgeschäften.
Singapur
  • City Maut in SingapurKosten: Die Preise variieren je nach Fahrzeug, Strecke und Tageszeit. Wer zur morgendlichen Rush-Hour in die Stadt fährt und mehrere Checkpoints passiert, kommt schnell auf einen Betrag von 10 Sigapur-Dollar (ca. 6,50€). Zwischen 8:30 und 9:00 Uhr ist die Maut am teuersten.

Was ist die City Maut?

Die City Maut, auch Innenstadtmaut genannt, ist die Erhebung einer Gebühr für die Nutzung der innerstädtischen Infrastruktur. In England wird die City-Maut als eine Stau-Gebühr bezeichnet („Congestion Charge“). Den Ursprung hat die City-Maut in Singapur. Dort wurde sie im Jahre 1975 eingeführt. Mit der City-Maut soll vor allem das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt reduziert werden. Damit verbunden ist auch das Ziel der Verbesserung der Luftqualität. Wenn sich der Stau in Innenstädten reduziert, reduziert sich auch die Schadstoffemission von Kohlendioxid, Rußpartikeln und Feinstaub. Mit diesen Maßnahmen soll im Endeffekt eine Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. Finanzielle Belange sind jedoch nicht zu vernachlässigen und so dient die City-Maut auch der finanziellen Aufbesserung der Kommunen und der Finanzierung von Straßenbauvorhaben.

City Maut: Stau

Die City Maut soll das Stau-Aufkommen in Großstädten reduzieren

Wie wird die City Maut bezahlt?

In den jeweiligen Städten gibt es verschiedene Maut-Modelle. Die bisher realisierten City-Maut-Modelle beziehen sich auf einen innerstädtischen Bereich, der mit einer Gebühr belegt ist. Die Erhebung kann beispielsweise via Vignette, Mautstation, fahrzeugintern (on-board-unit) oder fahrzeugextern (Post-Pay-Verfahren) erfolgen.

In Oslo sind alle Mautstationen voll automatisch. Das heißt alle Fahrzeuge müssen durch die Mautstationen durchfahren. Die Bezahlung erfolgt am einfachsten per Kreditkarte im Internet. Wenn Sie mit dem Mietwagen unterwegs sind, registrieren sie sich online und geben dort das Kennzeichen, die Daten ihrer Kreditkarte und und Emailadresse ein. Sollten Sie sich nicht registrieren, wird ihr Kennzeichen beim Passieren fotografisch festgehalten und Sie erhalten im Anschluss eine Rechnung.

In Durham werden neben der Kameraüberwachung auch Poller verwendet, welche nach dem Bezahlen an der Mautstation abgesenkt werden.

In Mailand können die Einfahrts- und Parkberechtigungsscheine (Gratta e passa) an allen Informationsstellen des Mailänder Nahverkehrs erworben werden sowie an Poststellen, in Tabak- und Zeitschriftenläden und an den elektronischen Einfahrt-Checkpoints.

Aus ökonomischer Sicht

Betrachtet man die Straßennutzung aus volkswirtschaftlicher Perspektive, so sind Straßen öffentliche Güter, die sich durch ihre Nichtausschließbarkeit in der Nutzung von privaten Gütern unterscheiden. Im Moment der Überlastung, zum Berufsverkehr oder in Ferienzeiten, sind die Straßen jedoch von einer Rivalität geprägt und die Nutzer behindern sich gegenseitig. Wenn nun ein Verkehrsteilnehmer die Straße am Feierabend benutzt, beeinträchtigt er damit andere Verkehrsteilnehmer. Dies hat er jedoch nicht in sein Kalkül einbezogen, woraus ein sogenannter externer Effekt entsteht. Externe Effekte führen in der Folge zu Marktversagen.

Eine City-Maut kann den externen Effekt der Straßennutzung beheben. Um dies zu erreichen, sollte der Betrag der Maut genauso hoch sein, wie die Beeinträchtigung anderer Verkehsteilnehmer. Durch das Bezahlen der Maut, wird eben diese Behinderung in sein Kalkül einbezogen. Im Idealfall sollte die City-Maut sich nach der Auslastung richten. So wäre es am idealsten, wenn die Maut zum Berufsverkehr wesentlich höher ist als Mittags.

Ein allgemeiner Einwand ist, dass die City-Maut die reichen Autofahrer bevorzugt, da der jeweilig zu zahlenden Betrag weniger Gewicht auf das Gesamteinkommen ausübt. Um diesen Effekt zu kompensieren, ist es wichtig, dass die Einnahmen aus der City-Maut zielgerichtet für die Verbesserung der Öffentlichen Verkehrsmittel eingesetzt werden.

Weitere Informationen zur Maut auf europäischen Autobahnen finden sie hier:

Europa – Maut – Alphabet: Länder A bis L

Europa – Maut – Alphabet: Länder M bis Z

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